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Mag. (FH) Markus Illmer
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Finanzplan Praxis

Die Notwendigkeit einer Liquiditätsplanung – der Finanzplan

In der Realität kann es zu erheblichen Differenzen zwischen dem Gewinn der Arztpraxis, der sich aus der Buchhaltung, in der Regel die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (E-A-R), ergibt und der tatsächlich vorhandenen Liquidität kommen. Für die Feststellung der Liquidität dient ein Finanzplan.

Unter dem Begriff Liquidität verbirgt sich – einfach ausgedrückt – die Zahlungsfähigkeit einer Arztpraxis. Alle sich in Zukunft ergebenden Zu- und Abflüsse von Geld wirken sich also auf die Liquidität aus. Der Finanzplan dient dazu, sich über diese Zahlungsströme einen Überblick zu verschaffen, damit auch genug bare Mittel zur Verfügung stehen, um allen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen zu können.
Der Zeitraum, auf den sich die Liquiditätsplanung erstrecken sollte, sollte etwa drei Jahre betragen. Darüber hinausgehende Zeiträume lassen sich in aller Regel nur mehr sehr schwer abschätzen, die Planung hätte daher kaum eine Aussagekraft.

Bei der Feststellung der (zukünftigen) Liquidität ist folgendermaßen vorzugehen:

Ausgangspunkt ist vereinfachterweise der Gewinn/Verlust gemäß der E-A-R. Die E-A-R ist mit den geplanten Daten der nächsten drei Jahre zu erstellen. Von diesem Gewinn/Verlust sind alle nicht zahlungswirksamen Aufwendungen bzw. Erträge dazu zu zählen bzw. wegzurechnen. Beispiel: Die Abschreibung auf das Anlagevermögen (die beim E-A-Rechner beim Jahresabschluss berücksichtigt wird) vermindert zwar den buchhalterischen Gewinn, jedoch nicht die Liquidität. Die Liquidität vermindert sich nur in dem Zeitpunkt in dem das Anlagevermögen (z. B. medizinische Geräte) gekauft wird bzw. erhöht sich, wenn es wieder verkauft wird.

Erfolgsplan
Soll
1. Jahr
Soll
2. Jahr
Soll
3. Jahr
Erlöse Kassenabrechnung      
Erlöse Privatpatienten      
Erlöse Hausapotheke      
sonstige Einnahmen      
Summe ärztlicher Leistungen      
Anlagenverkauf      
Summe Praxiseinnahmen      
Praxis- und Laborbedarf      
Personalkosten      
Raumkosten      
Leasingkosten      
Gerätekosten (Servicevertrag)      
Kfz-Aufwand      
Büro      
Porto, Telefon      
Fortbildung/Reisekosten      
Rechts- und Beratungskosten      
Steuern und Abgaben (außer ESt)      
Kammerbeiträge      
Versicherungen      
ärztliche Leistungsverrechnung      
sonstige Kosten      
Zinsaufwand/Finanzierungskosten      
Summe Praxisausgaben bereinigt      
Abschreibungen      
steuermindernde Maßnahmen      
Summe Praxisausgaben      
Gewinn/Verlust      
Finanzplan
Soll
1. Jahr
Soll
2. Jahr
Soll
3. Jahr
Gewinn/Verlust      
+ Abschreibungen      
+ steuermindernde Maßnahmen      
= Cashflow (Liquidität)      
- Tilgung (Praxisdarlehen)      
- ESt Vorauszahlungen      
- ESt Nachzahlungen      
+ ESt Vorsorgeauflösung      
- ESt Vorsorge      
+ Kreditaufnahme f. d. Praxis      
- Investition f. d. Praxis      
+ sonstige Nettoeinkünfte      
= Privat verfügbares Geld      
- Wohnaufwand      
- private Kreditrückzahlungen      
- private Versicherung      
- regelmäßige Kapitalveranlagung      
- private Altersvorsorge      
- sonstige private Geldverwendung      
+ Einlage (private Mittel)      
= freies Geld pro Jahr      
Trotz sorgfältiger Datenzusammenstellung können wir keine Gewähr für die vollständige Richtigkeit der dargestellten Informationen übernehmen. Sollten Sie spezielle Fragen zu einem der Themen haben, stehen wir Ihnen jederzeit gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.